7:30- 8 Uhr Morgeneinstimmung / Meditation mit Dolores Lenz
8- 9 Uhr Frühstück
9- 12.30 Uhr Vorträge
- Julia Magner: Ab hier nur noch wir: Reaktivierung der Ursprungsdyade.
- Elke Naujokat: Gemeinsam entscheiden auf Augenhöhe? Wie sich Shared Decision Making für Patientinnen anfühlt und was sie sich wünschen.
- Ursula Rump: Soziale Arbeit und Shared Decision Making im Spannungsfeld zwischen Ansprüchen und Realität.
12.30- 13.30 Uhr Mittagessen
13:30- 15 Uhr Treffen der Arbeitsgruppen:
15- 18 Uhr Workshops
Dr. Sarah Krämer & Dr. Klaus Hönig: „Es ist niemals zu spät, um als glückliche Leiche begraben zu werden“ - oder die Kunst, auch im Angesicht existentieller Belastung für sich gute Entscheidungen zu treffen. Schnupperkurs in existentieller Psychotherapie – ein Workshop zur Förderung von selbstbestimmter und würdevoller Entscheidungsfindung Angst vor dem eigenen Tod, Einsamkeit, Abhängigkeit oder Sinnfragen sind existentielle Herausforderungen, die tief in unserem Inneren liegen. Der Blick auf diese Themen fällt uns Menschen schwer, doch gerade die professionelle Begleitung bei dieser Auseinandersetzung kann wertvolle Erkenntnisse bringen: Sie unterstützt dabei, eigene Werte, Wünsche und Bedürfnisse klarer zu erkennen und Ängste zu reduzieren. Sie erhalten praktische Einblicke in Interventionen, die sich bei Sinnkrisen und am Lebensende als besonders hilfreich erwiesen haben – für eine aktive, würdevolle und eigenverantwortliche Lebens- und Behandlungsplanung. Der Workshop lädt dazu ein, wirksame Interventionen kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Dabei entsteht ein vertrauensvoller Raum, um sich auch schweren Themen behutsam und offen zu nähern.A
Ersatz für Antonio Ananiadis: Sabine Reineke & Dr. Jens Ulrich Rüffer: Shared Decision Making zwischen Anspruch und klinischer Wirklichkeit – ein gemeinsamer Weg aus dem Elfenbeinturm?
Kommunikation gelingt selten mühelos – im Alltag nicht und im medizinischen Kontext erst recht nicht. Der Wunsch nach einer Verständigung, die Machtverhältnisse bewusst reflektiert, traumasensibel vorgeht und die Perspektiven vulnerabler und marginalisierter Gruppen einbezieht, ist unter Fachleuten weit verbreitet. Dass dieser Wunsch in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Debatte manchmal utopisch wirkt, macht ihn nicht weniger berechtigt. Dabei ist die Kammer der Erkenntnisse zu Kommunikation reich gefüllt mit all dem, was hilfreich wäre. Allein wir haben es versäumt, dieses Wissen auch regelmäßig auf Alltagstauglichkeit zu überprüfen und noch mehr haben wir akzeptiert, dass Menschen mit Macht uns erklären, dass das doch nun wirklich nicht in die Realität einer ökonomisch sinnvollen Krankenhausfabrik passt.
Die eigentliche Herausforderung liegt also weniger im Wissensdefizit als in der Übertragung: Wie lassen sich kommunikative Erkenntnisse so in den klinischen Alltag integrieren, dass sie dort auch unter realen Bedingungen Bestand haben? Diese Frage wurde bislang zu selten systematisch gestellt – und noch seltener konsequent beantwortet. Und der Widerstand gegen den Status quo wächst – und er kommt nicht nur aus der Forschung. Er kommt zunehmend aus den Kliniken selbst, von Menschen, die täglich erleben, dass die vorhandenen Lösungsangebote den komplexen Anforderungen ihrer Arbeit nicht gerecht werden und dass die Verbesserungsvorschläge, die die Öffentlichkeit beherrschen, kein großer Wurf sind. Hier, so glauben wir, kann Shared Decision Making einen wesentlichen Beitrag leisten. Nicht als abstraktes Ideal, sondern als praktisch wirksamer Ansatz – einer, der das Vertrauen zwischen Fachkräften, Patientinnen und Patienten stärken kann. Und vielleicht nicht nur im Gesundheitssystem. Im Workshop wollen wir gemeinsam über SDM, die Kampagne und die Kraft der Einzelnen nachdenken!
Julia Magner: Reaktivierung der Ursprungsdyade: Zur Bedeutsamkeit der Arzt-Patient-Beziehung in der gemeinsamen Entscheidungsfindung.: Gerade in existentiellen Momenten wie denen in der Onkologie zeigt sich die Einzigartigkeit der Arzt-Patienten-Beziehung: Bindungsmuster können hier leicht auf beiden Seiten aktiviert werden. Dieser Workshop beschäftigt sich vor dem Hintergrund von Bowlbys Bindungskonzepten mit den interaktionellen Prozessen gemeinsamer Entscheidungsfindung. Ziel ist eine unbedingte Achtsamkeit für diese Dynamiken, wirken sie sich auf Vertrauen, Compliance und Behandlungszufriedenheit aus.A
Fabian Bohl: Yoga in der Psychoonkologie: Dieser Workshop richtet sich an Behandler:innen in der Psychoonkologie, die körperorientierte Ansätze sinnvoll in ihre therapeutische Arbeit integrieren möchten. Gerade in Momenten existentiell bedeutsamer Entscheidungen kann ein daraus resultierender Stress regressive oder auch dissoziative Zustände aktivieren. Dies kann ein selbstbestimmtes Entscheiden erschweren. In diesem Workshop liegt der Schwerpunkt auf der Selbsterfahrung einer sanften, an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Patient:innen angepassten Yogapraxis in kürzeren und längeren Einheiten. Die damit oft verbundene entlastende Wirkung einer Affektregulation und Stabilisierung kann dabei unterstützen, wieder zu sichereren, selbstbestimmteren Entscheidungen zu finden. Einen kürzeren theoretischen Input wird es zum evidenzbasierten und spirituellem Hintergrund der Yogapraxis geben sowie Überlegungen zur besonderen Psychodynamik, die sowohl im Yoga, als auch beim SDM oft eine Rolle spielt.
ab 19 Uhr Festabend mit Dinner & Musik
Unser Festabend ist die perfekte Gelegenheit, das Erlebte der Tagung in geselliger Runde ausklingen zu lassen, alte Bekannte wiederzutreffen und neue Menschen kennenzulernen. Er ist lebendig, herzlich und offen – genau wie unsere Arbeit in der Psychoonkologie. Dieser Abend ist alles andere als eine steife Pflichtveranstaltung – er ist unser gemeinsames Fest! Festlich-schicke Abendgarderobe ist willkommen, aber kein Muss – Hauptsache, Sie fühlen sich wohl.
Was Sie am Festabend erwartet:
- Ein festliches Dinner mit kulinarischen Highlights
- Eine Atmosphäre, in der Fachgrenzen verschwimmen und neue Kontakte entstehen
- Raum für Leichtigkeit, Lachen und gute Gespräche
- Und für alle, die mögen: eine Tanzfläche, die sicher nicht leer bleibt
Die dapo e.V. lädt Sie recht herzlich zur Teilnahme ein. Separate Kosten enstehen Ihnen nicht und werden von der dapo als satzungseigener- gemeinnützger Zweck übernommen. Sichern Sie sich daher unbedingt Ihren Platz bei der Anmeldung zur Jahrestagung.